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TEST Facing Traces

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TEST Facing Traces

1. März / 20:00 - 21:30

Kostenlos

Debatte zu den Filmen THE SKY IS RED und LETTER FROM YOUR FAR-OFF COUNTRY

Wie lässt sich traumatischen Spuren im kreativen Prozess des Filmemachens nachgehen? In welche produktiven Zusammenhänge können sie gestellt werden? Welche Genauigkeit steht ihnen zu? Und wo werden durch das filmische Ergebnis selbst Spuren gelegt? In der Wahl des Materials, im Umgang mit Stilmitteln, im Rückbezug auf Biografisches, in der atmosphärischen Aufladung? Eine Debatte um Wahrheitsschnipsel und Haltungsnoten.

 

THE SKY IS RED (EL CIELO ESTÁ ROJO)

R: Francina Carbonell, K: Ignacia Muñoz, CL 2020, 73 Min., spanische OmeU – DP

Sankt Michael gilt als Bezwinger des Teufels in Form eines feuerspeienden Drachens. Im Gefängnis von San Miguel in Santiago de Chile bricht nach einem Streit am 8. Dezember 2010 ein Feuer aus, das 81 Insassen tötet. THE SKY IS RED stellt sich dem Teufel erneut. Die Kamera des jungen Filmteams gleitet durch das überfüllte Innere der Anlage. Dann springt der Film Jahre zurück: Archivbilder von Überwachungskameras werden durchkreuzt von Fotos, Akten, Telefonmitschnitten und Gerichtsbefragungen. Die Hilferufe der Gefangenen liegen wie Geisterstimmen über Bildern eines investigativen Reenactments. Die Gesichter der verzweifelten Angehörigen zerlaufen zu anonymen Pixeln. Am Ende stehen ihre Stimmen. Bei den monatlichen Erinnerungsritualen zeugen sie davon, dass das staatliche Versagen innerhalb des Gefängnissystems nur die verdichtete Form der sozialen Ungerechtigkeit jenseits der Mauern ist.

 

LETTER FROM A FAR-OFF COUNTRY

R:. Suneil Sanzgiri, US 2020, 17 Min., OV

Ausgangspunkt ist 1989, Suneil Sanzgiris Geburtsjahr, und ein Gespräch mit seinem Vater über die Herkunft der Familie. Mit unterschiedlichem Bildmaterial verwebt er politischen Widerstand, Exil und Geschichte mit den Koordinaten der Biographien von Dichtern, Politiker*innen und Widerständler*innen. Die verschiedenen Ebenen verbindet er akustisch zu einem Resonanzraum der Erinnerungen, Traumata und aktueller politischer Realität. Der Titel nimmt einerseits Bezug auf ein Gedicht des Kaschmir-Amerikanischen Autors Agha Shahid Ali, das er in Briefform an sich selbst im Exil lebend geschrieben hat. Einen anderen Brief schreibt Suneil Sanzgiri an einen entfernten Verwandten, einen ehemaligenr Vorsitzenden der kommunistischen Partei. Es entsteht ein Zeitraum, in dem er Linien zwischen Personen und Ereignissen zieht und so immer wieder die eigene Gegenwart im Verhältnis zur Vergangenheit befragt.

Details

Datum:
1. März
Zeit:
20:00 - 21:30
Eintritt:
Kostenlos

Veranstalter

Woche der Kritik