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Gäste 2019

Konferenz 2019: Intensivstation Kino

Bibiana Beglau

Film- und Theaterschauspielerin, arbeitet mit Regisseuren, die das Theater und den Film der Gegenwart prägen – darunter Aelrun Goette, Christoph Schlingensief, Dimiter Gotscheff, Einar Schleef, Frank Castorf, Jan Bonny and Martin Kušej. Internationale Anerkennung erlangt sie mit ihrer Hauptrolle in Volker Schlöndorffs Spielfilm „Die Stille nach dem Schuss“. Beglau spielte in vielen großen Film- und Fernsehproduktionen wie „Über Barbarossa Platz“, „Unter dem Eis“ oder „Was Du nicht siehst“. Ihr Spiel zeugt von einer eigenartigen, intelligenten und herausragenden Körperlichkeit. Sie ist Ensemblemitglied des Residenztheaters in München.

Bibiana Beglau
Susanne Bredehöft

Susanne Bredehöft

Film-,Theater- und Fernsehschauspielerin. 1988 spielte Bredehöft erstmals in einem Film Christoph Schlingensiefs („Mutters Maske“). Daraufhin wirkte sie in zahlreichen weiteren seiner Produktionen mit, darunter „Das deutsche Kettensägenmassaker“, „Terror 2000 – Intensivstation Deutschland“ und „Freakstars 3000“. Von 2003 bis 2013 war Bredehöft am Schauspiel Bonn engagiert und spielte zuletzt in den Kinofilmen „Fikkefuchs“ (Jan Henrik Stahlberg) und „Der lange Sommer der Theorie“ (Irene von Alberti). Aktuell ist Bredehöft in dem Film „Adam und Evelyn“ von Andreas Goldstein zu sehen.

Amelie Deuflhard

Amelie Deuflhard ist seit 2007 Intendantin des internationalen Produktionshauses für darstellende Künste Kampnagel in Hamburg. Mitte der 1990er Jahre begann Deuflhard als Produktionsleiterin für freie Theater-, Tanz- und Musikprojekte in Berlin tätig zu sein und leitete unter anderem die Sophiensæle (2000-2007), sowie das Zwischennutzungsprojekt „Volkspalast“ im Palast der Republik (2004). Deuflhard ko-produzierte Christoph Schlingensiefs letzte Arbeit „Via Intolleranza II“ (2010). Als das Theater Kampnagel 2015 Geflüchteten Unterschlupf bot, wurde die Intendantin von der AfD verklagt.

Amelie Deuflhard
Anton Gernot

Anton Gernot

ist Teil von Peng!, einer Gruppe von Künstler*innen, Aktivist*innen, Handwerker*innen und Wissenschaftler*innen aus Berlin. Als „Meister des zivilen Ungehorsams“ verschafft das Berliner Kollektiv gesellschaftlichen Missständen mit satirischen Aktionen und Werbekampagnen Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Peng! hat Gernot bereits einen Kleinwaffenrückruf in den USA im Namen von Heckler und Koch gestartet, die Bundesbank gehackt und die CDU infiltriert. 2018 erhielt er mit Peng! den Aachener Friedenspreis.

Susanne Heinrich

Regisseurin, Schriftstellerin und Sängerin. 2011 erschien ihr vierter Roman „Amerikanische Gefühle“, seit 2012 studiert sie Regie an der DFFB. Ihr Langfilm-Debüt „Das melancholische Mädchen“ wolle „das Unbehagen in der Gesellschaft produktiv machen“, so Heinrich. Der Episodenfilm erforscht mitunter die Bedeutungen von Mutterschaft, Neo-Spiritualität und Depression in einer radikal entfremdeten Gesellschaft der Postmoderne und spielt auf visuell-ästhetischer Ebene mit dem sogenannten „male gaze“ und der Frage, ob es einen anderen Blick überhaupt geben kann.

Susanne Heinrich
Udo Kier

Udo Kier

Schauspieler. Eine frühe Hauptrolle in Andy Warhols „Frankenstein“ führte zu einer Reihe von Arthouse- und Mainstream-Horrorfilmen. Berüchtigt sind seine Arbeiten mit Kultregisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Walerian Borowczyk, Gus Van Sant, Christoph Schlingensief, Dario Argento und Lars von Trier, der derzeit an dem Film „Dimension“ arbeitet, welcher sich über 30 Jahre erstreckt. Jedes Jahr treffen sich Cast und Crew – darunter Udo – um Aufnahmen zu machen. Zu seinen berühmtesten Hollywood-Rollen gehören sein Auftritt als Ron Camp in „Ace Ventura: Pet Detective“, Curly in „Barb Wire“ und als Flugpsychologe der NASA in „Armageddon“.

Andrew Kötting

Künstler, Filmemacher und Professor für Zeitbasierte Medien an der Universität für Bildende Kunst. Neben zahlreichen Experimentalfilmen, Performances und Installationen wurde er 1996 mit seinem ersten Spielfilm „Gavillant“ bekannt. Sein facettenreiches Werk beinhaltet absurde, von Live Art beeinflusste Stücke, ebenso wie Dokumentationen, LPs, CDs, Collagen, Gemälden, Zeichnungen und Bücher. Seine Projekte sind oft Kollaborationen mit Freunden und Familienmitgliedern, darunter seine Großeltern, sein verstorbener Vater und insbesondere seine behinderte Tochter und Muse Eden Kötting.

Andrew Kötting
Milo Rau (© beaborgers)

Milo Rau

Autor, Theater- und Filmregisseur. Bekannt wurde er unter anderem durch Reenactments („Die letzten Tage der Ceausescus“, „Hate Radio“ ) und (re-)inszenierte Schauprozesse („Moskauer Prozesse“). „Das Kongo Tribunal“, eine Auseinandersetzung mit der Rolle internationaler Akteure im Krieg im Ostkongo, inszenierte er sowohl als Theaterstück in Berlin und Bukavu, als auch als Dokumentarfilm fürs Kino. Seine Arbeiten bewegen sich häufig im Grenzbereich zwischen Aktivismus und Kunst und erzeugen eine Spannung zwischen Inszenierung und dokumentarischem Material. Seit der Spielzeit 2018/19 ist er Intendant des Nationaltheaters Gent.

Monika Rinck

Monika Rinck schreibt: lyrisch, episch, essayistisch; alberne Witze und kritische Poetologien; über Motorkraft und Mischwesen. Rinck ist zudem als Übersetzerin tätig und pflegt eine Vorliebe für kuriose Wortbildungen, die sie in ihrem online Glossar „Begriffsstudio“ sammelt. 2004 veröffentlichte sie ihren ersten Lyrikband „Verzückte Distanzen“. 2015 erschien ihre Streitschrift „Risiko und Idiotie”; eine Bestandsaufnahme der Bedeutung von Poesie in der heutigen Gesellschaft.

Monika Rinck
Peter Sellars (© Ruth Walz)

Peter Sellars

Opern-, Theater- und Festivalleiter, ist international bekannt für seine bahnbrechenden Interpretationen künstlerischer Meisterwerke und für gemeinsame Projekte mit einer außergewöhnlichen Bandbreite an kreativen Künstlern. Derzeit inszeniert er John Adams’ neueste Oper „Girls of the Golden West“ für die Dutch National Opera. Sellars war Co-Autor von Godards Film „King Lear“, in dem er auch als Schauspieler mitwirkte. Sein Film „The Cabinet of Dr. Ramirez“ wurde 1993 in die Biennale Ausstellung des Whitney Museum of American Art aufgenommen. Er ist Residenzkurator des „Telluride Film Festivals“ und Professor an der UCLA.

Philip Ursprung

Phillip Ursprung ist Kunsthistoriker. Seit 2011 ist er Professor für Kunst- und Architekturgeschichte an der ETH Zürich. Zu seinen diversen Buchpublikationen gehören unter anderem „Die Kunst der Gegenwart: 1960 bis heute“ und „Grenzen der Kunst: Allan Kaprow und das Happening. Robert Smithson und die Land Art“. Darin annulliert er die Grenzziehungen der Kunstgeschichtsschreibung und stellt immer wieder interdisziplinäre Bezüge her um neue Lesarten zu provozieren. Seine Methode, durch ein Verbindungsstück zur Vermittlung des Früheren zu gelangen, beschreibt er selbst in Anlehnung an Tarkowskis Vorgehen bei seiner Figur des Stalkers im gleichnamigen Film.

Philip Ursprung

Widerstand gegen das Verschwinden

Puangsoi Aksornsawang

Filmemacherin und bildende Künstlerin, studierte bei Udo A. Engel und Angela Schanelec an der Hamburger Kunsthochschule (HFBK). In ihrem teilweise dokumentarischen Abschlussfilm „Nakorn-Sawan“, den die Regisseurin in ihrem Heimatdorf in Thailand realisierte, befasst sie sich ausgehend vom Tod ihrer Mutter mit der Bedeutung der Abwesenheit. Auch in früheren performativen, video-essayistischen und fotografischen Arbeiten beschäftigte sich Aksornsawang mit Fragen nach Identität, Erinnerung und persönlichen Beziehungen, oftmals ausgehend von ihrer eigenen Abwesenheit in Thailand.

Puangsoi Aksornsawang
Gürcan Keltek

Gürcan Keltek

Filmemacher, Produzent und Kameramann. Studierte Film an der Dokuz Eylül University in Izmir, Türkei. 2012 realisierte er den Kurzfilm „Fazlamesai“, 2014 folgte sein Kurzfilm „The Burning Mountain“. In „Colony“ (2015) setzte sich Keltek auf der Insel Zypern mit Trauma, Erinnerung, Geografie und Psychologie auseinander. Kelteks politisierte Filmarbeit machte es ihm zuletzt unmöglich, seinen Film „Meteors“ in der Türkei aufzuführen, obwohl er damit international zu einer der markantesten Stimmen des jüngeren türkischen Kinos wurde. Kelteks Ausgangspunkt ist meist dokumentarisch, seine Form experimentell – so auch bei seinem neuesten Film „Gulyabani“.

Carla Simón

Katalanische Regisseurin und Drehbuchautorin. Sie studierte audiovisuelle Kommunikation in Barcelona. Während ihres Masters an der London Film School produzierte sie bereits mehrere Kurzfilme wie den dokumentarischen Film „Born Positive“, der von jugendlichen handelt, die HIV positiv geboren werden. Ihren Abschlussfilm „Las Pequeñas Cosas“ drehte sie im ländlichen Katalonien, ebenso wie ihren erster Langfilm „Estiu 1993“ (Fridas Sommer). In diesem porträtiert sie basierend auf ihrer eigenen Biografie die Erfahrungswelt eines Kindes kurz nach dem Tod der Eltern und die Rückführung in einen familiären Kontext.

Carla Simón (© José Aymá)
Philip Ursprung

Philip Ursprung

Phillip Ursprung ist Kunsthistoriker. Zu seinen diversen Buchpublikationen gehören unter anderem Die Kunst der Gegenwart: 1960 bis heute und Grenzen der Kunst: Allan Kaprow und das Happening. Robert Smithson und die Land Art. Darin annulliert er die Grenzziehungen der Kunstgeschichtsschreibung und stellt immer wieder interdisziplinäre Bezüge her um neue Lesarten zu provozieren. Seine Methode, durch ein Verbindungsstück zur Vermittlung des Früheren zu gelangen, beschreibt er selbst in Anlehnung an Tarkowskis Vorgehen bei seiner Figur des Stalkers im gleichnamigen Film.

Dunkle Materie

Roger Koza

Roger Koza arbeitet als Kritiker für die Zeitschrift La voz del interior, die in Córdoba, Argentinien herrausgebracht wird. Seine Arbeiten erscheinen außerdem regelmäßig in den Magazinen und Quid und auf seiner Website Con los ojos abiertos. Koza ist Moderator der wöchentlichen Fernsehsendung El cinematógrafo auf Canal 10 und Gastkolumnist von Filmoteca, das von Televisión Pública ausgestrahlt wird. Darüber hinaus arbeitet Koza für das Filmfest Hamburg und die Viennale und ist der Künstlerische Leiter von Cosquín International Film Festival sowie von DOC Buenos Aires.

Roger Koza
Kitso Lynn Lelliot

Kitso Lynn Lelliott

Künstlerin und Filmemacherin. Studierte Film und Fernsehen an der Universität in Witwatersrand, Südafrika und erlangte dort kürzlich ihren Doktor. Lelliott beschäftigt sich auf theoretischer Ebene mit dekolonialen Narrativen, epistemologischer Gewalt und der Wiedergewinnung von ausgelöschten Wissenssystemen. In ihren Installationen, Video-Arbeiten und Filmen setzt sich Lelliott unter anderem mit der Präsenz und Abwesenheit des Geisterhaften auseinander. Eine Gruppenarbeit von ihr und der Asiko Art School wurde auf der Dak’Art Biennale 2014, bei den Bamako Encounters 2015 und der Casablanca Biennale 2016 gezeigt.

Erfindung mit gewissen Vorzügen

Lucia Margarita Bauer

Fotografin, Mediengestalterin, Kuratorin und Regisseurin. Ohne gültigen Schulabschluss geht sie für ein Jahr nach Straßburg an die Kunsthochschule und führt später das Studium in Berlin an der UdK fort, mit Abschluss im Fachbereich Experimentelle Mediengestaltung in der Klasse von Thomas Arslan. Bauer kuratiert zahlreiche Ausstellungen in Berlin, u.a. das ehemalige HBC und aktuell die Santa Lucia Galerie der Gespräche. Als Fotografin für Tageszeitungen und Magazine fotografiert sie Musiker, Künstler und Philosophen wie Jean-Michel Jarre, Albert Oehlen und Claude Lanzmann.

Lucia Margarita Bauer
Sara Fattahi (©Nadja Wehling)

Sara Fattahi

Filmemacherin, Produzentin. Arbeitete erst als Storyboard- und Animationskünstlerin für verschiedene Sender wie Al Jazeera Kids und SpaceToon. 2010 widmet sie sich dem unabhängigen Filmemachen. In ihrem erstem abendfüllenden Dokumentarfilm Coma (Woche der Kritik 2016) filmt Fattahi ihre Mutter und Großmutter in Damaskus, während der Bürgerkrieg zum Belagerungszustand für sie wird. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Regard Neuf Award für den besten ersten Spielfilm. Ihr jüngster Film Chaos (2018) erzählt die Geschichte dreier Frauen in drei verschiedenen Städten in Syrien, Österreich und Schweden und wurde in Locarno uraufgeführt.

Nathan Silver

Regisseur und Drehbuchautor zahlreicher Kurz- und Langspielfilme, darunter absurde Komödien wie „Stinking Heaven“ und der halluzinatorische Psycho-Liebesfilm „Thirst Street“. Der Independent-Filmemacher aus New York hat sowohl mit Improvisation als auch mit genau gescripteten Dialogen Erfahrung und setzt in seinen Filmen SchauspielerInnen ebenso wie LaiendarstellerInnen ein. Gemeinsam mit Mike Ott („California Dreams”, Woche der Kritik 2017) realisierte Silver 2016 den Film „Actor Martinez”, über einen Performer, der zwei Indie-Filmemacher (Silver und Ott) einstellt, um einen Film mit ihm als Hauptdarsteller zu machen.

Nathan Silver

Britta Thie

Künstlerin. Nach ihrem Studium der Bildenden Kunst verbreitete sie ihre videobasierten Arbeiten meist selbst über das Internet. Bekannt wird Thie mit ihrer Web-Serie „Translantics“ (2015), die am Beispiel von drei jungen Frauen eine Generation beleuchtet, die sich zwischen der analogen Vergangenheit und der Ästhetik der modernen Technologien hin und her bewegt. In ihrer kurzen Sitcom „The Superhost“ (2017) kämpfen  zwei Mitbewohner um gute Ratings auf der Untermietplattform Airbnb. Ihr aktuelles Projekt „POWERBANKS“ wurde u.a. deutschlandweit im Saturn Elektrofachmarkt als Screening-Performance ausgestrahlt.

Ein Sinn für Eitelkeit

Horst Bredekamp

Kunsthistoriker, hat nach dem Studium in Kiel, München, Berlin und Marburg 1974 im Fach Kunstgeschichte promoviert. Seit 1993 ist er Professor an der Humboldt-Universität. Von 2013 bis 2018 war er einer der Sprecher des Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung“. Von 2015 bis 2018 war er Mitglied der Gründungsintendanz des Humboldt Forums, Berlin. Er hat knapp 30 Bücher und mehr als 600 wissenschaftliche Aufsätze verfasst. Er wurde in vier wissenschaftliche Akademien berufen, darunter in die American Academy for Arts and Sciences, sowie in den Orden Pour Le Mérite für Wissenschaft und Forschung aufgenommen.

Horst Bredekamp (© juergen-bauer.com)
Aaron Schimberg

Aaron Schimberg

New Yorker Regisseur und Drehbuchautor. Sein erster Kinofilm “Go Down Death” persifliert eine Gruppe fatalistischer Bewohner einer verlassenen Stadt basierend auf den Volksmärchen von Jonathan Mallory Sinus. Mit seinem zweiten Kinofilm „Chained for Life“ hinterfragt er tradierte Konzepte von Repräsentation im Film und bezeichnet ihn selbst als Antwort auf Tod Brownings Film „Freaks“ von 1932.

Hanna Schygulla

Schauspielerin. Tritt in der Hälfte der etwa 50 filmischen Werke von Rainer Werner Fassbinder auf – als Protagonistin u.a. in „Fontane Effie Briest“, „Die Ehe der Maria Braun“ und „Lili Marleen“. Wim Wenders, Margarethe von Trotta und Volker Schlöndorff sind weitere Autoren des Neuen deutschen Films, mit denen sie zu tun hat. Später tritt sie in die Umlaufbahn des europäischen Fims ein – arbeitet u.a. mit Jean Luc Godard, Ettore Scola, Agnès Varda, Marco Ferreri, Fatih Akin und Andrzej Wajda. Ab ihrem fünfzigsten Lebensjahr tritt sie auch singend in selbst konzipierten Soloprogrammen auf und ist als Videastin tätig, mit Arbeiten im New Yorker MoMA und in der Berliner Akademie der Künste.

Hanna Schygulla
Albert Serra (© Oscar Orengo)

Albert Serra

Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Bekannt wurde er durch seine Filme „Honor de cavalleria“, „Història de la meva mort “ und „La mort de Louis XIV“. Zudem präsentierte Serra bei der 13. documenta den 101-stündigen Film „Three Little Pigs“ und inszenierte sein Theaterstück „Liberté“ an der Volksbühne.  Im Jahr 2015 wurde Albert Serras Projekt „Singularity” ausgewählt, um Katalonien bei der 56. Venedig Biennale zu vertreten. Sein neuer Film „Roi Soleil“ bewegt sich an der Schnittstelle von Performance und kinematographischer Form. Erneut widmet er sich darin dem Lebensende des französischen Sonnenkönigs.

Wahn & Wonne

Devika Girish

In Los Angeles lebende Filmkritikerin. Sie hat für Publikationen wie Film Comment, Village Voice, Reverse Shot, MUBI’s Notebook, Kinoscope und Vague Visages geschrieben und ist Redakteurin des Online-Kunst- und Kulturmagazins „Ampersand“. Devika wuchs in Zentralindien auf und studierte Film und Semiotik an der Brown University. Derzeit ist sie Annenberg-Stipendiatin an der University of Southern California, wo sie einen Master of Specialized Arts in Journalismus anstrebt. Devika ist Preisträgerin des National Arts and Entertainment Journalism Award 2018 und Gast bei den diesjährigen Berlinale Talents.

Devika Girish
Susanne Kennedy (© Franziska Sinn)

Susanne Kennedy

Theaterregisseurin. Mehr als einmal interpretierte Kennedy Filmstoffe für die Bühne neu. Darunter an den Münchner Kammerspielen 2011 Sydney Pollacks Tanzfilmdrama „They Shoot Horses, Don’t they?“ und 2014 „Warum läuft Herr R. Amok?“ nach dem Film von Michael Fengler und Rainer Werner Fassbinder. Kennedy setzt in ihren Stücken oft Masken, Play-Back-Dialoge, Doppelgänger und Multimedia ein – Verfremdungen, durch die sie u.a. das Verhältnis von Körpern und technischen Objekten reflektiert. Aktuell ist ihre Inszenierung „Coming Society“ an der Volksbühne zu sehen.

Antonin Peretjatko

Französischer Filmemacher. Ausbildung an der Filmhochschule École nationale supérieure Louis-Lumière. 2013 drehte Peretjatko sein Langfilmdebüt „La Fille du 14 juillet“, eine Sommer-Liebeskomödie vor dem Hintergrund einer drastischen Urlaubskürzung durch die Regierung, als Reaktion auf die Wirtschaftskrise. Er wurde bei der „Quinzaine des Réalisateurs“ in Cannes gezeigt. Auch mit seinem zweiten Langfilm, der Komödie „La Loi de la jungle“ (2016), wirft Peretjatko einen ironischen Blick auf die moderne Arbeitswelt.

Antonin Peretjatko
Kostas Samaras

Kostas Samaras

Filmemacher und Drehbuchautor. Nach einem Jura-Studium in seiner Geburtsstadt Thessaloniki, zog es Samaras nach Paris um Film an der Sorbonne zu studieren. Seitdem arbeitete Samaras als Programmgestalter für das Internationale Filmfestival von Athen, verfasste Filmkritiken und realisierte mehrere Kurzfilme. Sein Langfilmdebüt „Magic Skin“ ist eine Adaption des gleichnamigen Romans Honoré de Balzacs (dt: Das Chagrinleder). Samaras radikal moderne Interpretation zeigt die griechische Gesellschaft in einen rauschhaft-exzessiven Zustand, in der ein Schriftsteller einen Teufelspakt eingehen muss, um sich als Künstler verwirklichen zu können.

Verpflanzen

Lili Hinstin

Kuratorin und Festivalleiterin. Sie studierte in Paris und Padua Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Philosophie. 2001 gründete sie die Filmproduktionsgesellschaft „Les Films du Saut du Tigre“. Von 2011 bis 2013 war sie stellvertretende künstlerische Leiterin des Dokumentarfilmfestivals Cinéma du Réel und anschließend Leiterin des internationalen Filmfestivals Entrevues Belfort. Sie hat als Nachfolgerin von Carlo Chatrian im Dezember 2018 die künstlerische Leitung des Filmfestivals von Locarno übernommen.

Lili Hinstin
Ulrich Köhler (© Pandora Film, Foto: Annette Hauschild)

Ulrich Köhler

Regisseur. Er studiert zunächst Kunst, dann Philosophie und später Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Nach mehreren Kurzfilmen dreht Köhler 2002 sein Spielfilmdebüt „Bungalow“ über einen fahnenflüchtigen Wehrdienstleistenden. 2006 folgt „Montag kommen die Fenster“, der von einer Aussteigerin erzählt. Für seinen in Kamerun und Frankreich angesiedelten Film „Schlafkrankheit“ gewinnt Köhler 2011 den Silbernen Bären für die Beste Regie. Mit „In My Room“, der 2018 in Cannes läuft, entwirft er eine moderne Robinsonade in einem menschenleeren Deutschland.

Virgil Vernier

Realisiert seit 2001 Filme, in denen er meist Fiktionales, Dokumentarisches und Mythisches verbindet. Geboren und aufgewachsen in Paris, ist Vernier nicht zuletzt seit seinem Film „Mercuriales“ (2014) für seine kritischen Betrachtungen der urbanen französischen Gegenwart bekannt. Seinen neuesten Film „Sophia Antipolis“ hat Vernier im gleichnamigen, südfranzösischen Technologiepark gedreht. Darin hat er mit Hilfe von LaiendarstellerInnen betörend-beklemmende Gegenwartsbilder geschaffen und auf 16mm aufgenommen – Bilder von seltsamer Schönheit, poetisch und apokalyptisch zugleich.

Virgil Vernier (© Mezli Vega)

Feminismen vorführen

Susanne Heinrich

Regisseurin, Schriftstellerin und Sängerin. 2011 erschien ihr vierter Roman „Amerikanische Gefühle“, seit 2012 studiert sie Regie an der DFFB. Ihr Langfilm-Debüt „Das melancholische Mädchen“ wolle „das Unbehagen in der Gesellschaft produktiv machen“, so Heinrich. Der Episodenfilm erforscht mitunter die Bedeutungen von Mutterschaft, Neo-Spiritualität und Depression in einer radikal entfremdeten Gesellschaft der Postmoderne und spielt auf visuell-ästhetischer Ebene mit dem sogenannten „male gaze“ und der Frage, ob es einen anderen Blick überhaupt geben kann.

Susanne Heinrich
Nina Power (© Guy Smallman)

Nina Power

Kultur- und Sozialtheoretikerin, Übersetzerin und Philosophin. Sie unterrichtet Philosophie an der Roehampton University und schreibt unter anderem für den Guardian und das Jacobin-Magazin. Ihr Buch „Die eindimensionale Frau“ gilt als eines der wichtigsten Werke des aktuellen, feministischen Diskurses. Darin problematisiert sie einen affirmativen Feminismus, der politische und internationalistische Perspektiven verfehlt und stattdessen mit dem Konsumismus koaliert. In ihrem Kapitel „Consumer Culture – Girls on Film“ stellt sie sich der Frage: „What does contemporary visual culture say about women?“

Jovana Reisinger

Bewegt sich häufig an Schnittstellen von Film, Video-Kunst, Journalismus, Musik, Mode und Literatur. Studiert momentan an der HFF München, zeigte diverse Kurzfilme auf Ausstellungen, drehte Musikvideos und debütierte 2017 mit ihrem Roman „Still halten“ als Schriftstellerin. In ihrem Kurzspielfilm „pretty girls don’t lie“ lotet Reisinger feministisches Denken mittels der extremen Überhöhung des male gaze, clichéehafter Rollen und soapiger Handlungsstränge aus seinem Gegenteil heraus aus.

Jovana Reisinger
Whit Stillman

Whit Stillman

Filmautor, Regisseur und Schriftsteller. Er studierte in Harvard und wurde für seinen ersten Film „Metropolitan“ bekannt, der für die Beste Regie den New York Film Critics Award erhielt und für einen Oscar nominiert wurde. Es folgte „Barcelona“ und dann eine Reihe von Filmen mit weiblichen Protagonisten – „The Last Days of Disco“, „Damsels in Distress“ und „Love & Friendship“ –, aus dem ersten und letzten davon machte er auch Romane.