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Erfindung mit gewissen Vorzügen

Maman, Maman, Maman

The Great Pretender

Maman, Maman, Maman

The Great Pretender

Maman, Maman, Maman

Maman, Maman, Maman,

Maman, Maman, Maman

ERFINDUNG MIT GEWISSEN VORZÜGEN

Samstag, 09. Februar 2019 – 20 Uhr

MAMAN, MAMAN, MAMAN

R: Lucia Margarita Bauer, K: Lucia Margarita Bauer, Nora Lawrenz, DE 2019, 37 Min., französische/deutsche OmeU – DP Familie wird nicht gewählt, Familie ist gegeben. Maman, Maman, Maman verwandelt diese Voraussetzung des Lebens, indem sie mit der einen Meistererzählung bricht und ein Familienalbum widersprüchlicher Hierarchien montiert. Geschichten verflechten Generationen, Orte, Dokumente, Gerüche und Objekte. Und wir wandeln darin: schmecken Mousse au Chocolat mit Whiskey, fühlen uns geborgen umgeben von geblümten Tapeten, beobachten Motten in staubigen Zimmerecken und Sänger im Garten. Der Familiensitz konserviert alles, denn das Haus hält zusammen, gibt Schutz, lädt ein, wird zur Bühne und zum Symbol. Chorisch werden von der Filmemacherin Rituale und Eigenheiten ihrer Familie durcheinandergewürfelt, bis alles sichtbar wird: neue Lebenswege, Abhängigkeiten, Tod und Emanzipation.

THE GREAT PRETENDER

R: Nathan Silver, C: Esther Garrel, Keith Poulson, Maëlle Poésy, Linas Phillips, K: Sean Price Williams, US 2018, 71 Min., englische OF – DP Lügen oder aus Liebe Quatsch behaupten, sich offenbaren, sich erfinden: Nathan Silver taucht seinen romantischen Reigen in Weichzeichner, zoomt auf die Gesichter, um nach den richtigen Gefühlen zu fahnden und die falschen zu enttarnen. Zwei Französinnen lassen sich von New Yorker Männern den Kopf verdrehen, doch das Machtgefüge ist von Anfang an am Wanken. Die Theaterregisseurin Mona inszeniert ihr eigenes Leben nach, um das Leid ihrer verflossenen Liebe auszukosten – und bald schon schlafen reihum fast alle Protagonisten miteinander. In Großaufnahmen seziert Silver die verzogenen Gören, die sich gegenseitig das Leben mal schöner und öfter schwerer machen. The Great Pretender ist ein komödiantischer Schrei nach Hilfe und eine Ode an die Verzauberung der Wirklichkeit durch den Wechsel der Perspektive.

Im Anschluss an die Filme

Debatte: ERFINDUNG MIT GEWISSEN VORZÜGEN

Über den Dingen schweben, Perspektiven wechseln, einen Essay aus der eigenen Familie schnitzen: Wie viel Privileg steckt im erfinderischen Erzählen und wie viel Erfindung im Privileg? Von Wissensvorsprüngen, talentierten Lügnern und selbstreflexivem Storytelling. Gäste: Sara Fattahi (Filmemacherin und Produzentin, „Coma“,„Chaos“) und Britta Thie (Künstlerin, „Translantics“, „The Superhosts“) // in Anwesenheit der RegisseurInnen Lucia Margarita Bauer und Nathan Silver

Moderiert von Elena Meilicke (Filmkritikerin)

Wiederholung: Freitag, 15. Februar 2019 – 17:30 Uhr

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