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SUNRISE IN MY MIND (TNGAIREAH KNONG CHET)

R: Danech San, C: Madeza Chhem, Vicheka Yorn, Bopha Neng, Chanra Chin, K: Jeremiah Overman, KH 2020, 14 Min., khmerische OmeU – EP
Ein warmer Abend im polychromen Schönheitssalon. Gedankenversunken massiert Pich die Haare ihrer Kundin. Ähnlich verträumt streift Lay auf seinem Motorrad durchs nächtliche Phnom-Penh. Der Ventilator vibriert, und mit dem Warten wächst die Erwartung. Einschreitende Handyvideos und kontemplative Inspektionen des Saloninventars überbrücken die Zeit bis zum Schichtende. Während das Zusammenfließen der Erzählstränge näher rückt, wird der etablierte Realismus in Zweifel gezogen. Das Bild verselbstständigt sich, diffundiert in die Fantasie. Anstatt sich zu verdichten, entgleitet die Zeit. Ein Film, dessen Oberfläche so durchlässig ist wie schimmernder Shampoo-Schaum.

FAUNA

R: Nicolás Pereda, C: Luisa Pardo, Francisco Barreiro, Lázaro Gabino Rodríguez, José Rodriguez López, Teresita Sanchez, K: Mariel Baqueiro, MX/CA 2020, 70 Min., spanische OmeU

Selbst das Navigationssystem steht unter Verdacht: Luisa und ihr Freund Paco landen auf dem Weg zu Luisas Eltern zunächst im Nichts. Am Ziel angekommen, kauft Paco vor dem Kiosk jemandem überteuerte Zigaretten ab. Dieser Mann entpuppt sich kurze Zeit später als Luisas Vater. Die Situation wird noch skurriler, als er Paco bittet, eine Szene seiner Rolle aus der Serie NARCOS vorzuspielen. In einer Atmosphäre von Paranoia und Absurdität, in der mediale Fiktionen auf mexikanische Realitäten treffen, treten Nicolás Peredas Charaktere jeweils mit einer augenblicklichen Überzeugung ins Bild, um einen Moment später mit Perücke und Brille in die nächste Geschichte weiterzuziehen. FAUNA kommt daher wie ein spielerischer, komischer Film noir, in dem Unvorhersehbarkeit Programm ist.

Debatte: DER GROSSE BLUFF – 3. März, 20 Uhr

Ausgehend von den beiden Filmen SUNRISE IN MY MIND und FAUNA sprechen wir über die Idee eines Kinos, das seinem Ideenfluss verfällt, das ästhetische Ausbrüche zulässt und Erzählebenen sprengt. Über Figuren, die realistische Prämissen sabotieren, und Schauspieler*innen, die sich nicht auf eine Verwandlung festlegen lassen. Über die Potenziale filmischer Illusionen und die politischen Strategien, die sie ermöglichen.

Gäste: Nicolás Pereda, Danech San, Constanze Becker, Lola Arias
Moderation: Bert Rebhandl

Wir präsentieren das Programm in Zusammenarbeit mit dem Ibero-Amerikanischen Institut.

Keine Debatte ohne Publikum! Unsere Moderator*innen greifen im Gesprächsverlauf gerne Fragen auf, die uns über unsere Telegram Chatgruppe erreichen. Mit diesem Link gehts direkt zur Diskussion: https://t.me/joinchat/IPRUz7Xw5QmiN2Ts