Brückenschlag
Brückenschlag

Brückenschlag
15. Februar 2026 – 20:00 Uhr Hackesche Höfe Kino
Filme:
LOYNES
JUSTA
Debattenformat: BRÜCKENSCHLAG
Debattengäste u. a.: Edna Bonhomme, Dorian Jespers, Teresa Villaverde
LOYNES
R: Dorian Jespers, C: Elaine Collins, Vincenç Altaió, Johan Opstaele, Sheila Breen Rickerby, Margaret O’Kell, K: Arnaud Alberola, BE/FR/MK/GB 2025, 25 Min., engl./franz. OmeU
Szenen im Gerichtssaal und Traumsequenzen gehören seit langem zur DNA des Kinos. Dorian Jespers lässt sie neu entstehen, verwandelt sie, faltet sie ineinander und breitet sie aus. In assoziativ verbundenen Szenen wagt er mit LOYNES einen unberechenbaren Weltentwurf – leichtfüßig und energetisch, getrieben durch die Suche nach ungewöhnlichen Perspektiven auf Leben und Tod, auf die Gesetzmäßigkeiten des Körpers und der Natur. In einer Zeit, in der Demokratien unterwandert werden und vergangene Politiken die Gegenwart heimsuchen, wählt Jespers einen zeitlosen Gerichtssaal als Schauplatz für eine kafkaeske Farce.
Dorian Jespers (geb. 1993 in Brüssel) ist ein Filmemacher, der an der INSAS (Institut National Supérieur des Arts du Spectacles), der KASK (Königliche Akademie der Schönen Künste von Gent) und Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains – ausgebildet wurde. Sein Kurzfilm SUN DOG, inspiriert von einer surrealen Reise in die russische Arktis, gewann weltweit über zwanzig Preise – darunter den Hauptpreis beim Filmfestival Rotterdam – und wurde von der Short Film Conference zum Kurzfilm des Jahres 2020 gekürt. Er qualifizierte sich für die Ensors, die European Film Awards und die Oscars und wurde unter anderem im MoMA, im ICA London und im Garage Moscow gezeigt.
JUSTA
R: Teresa Villaverde, C: Betty Faria, Madalena Cunha, Filomena Cautela, Ricardo Vidal, Alexandre Batista, K: Acácio de Almeida, PT/FR 2025, 108 Min., portugiesische OmeU – Deutschlandpremiere
Die verheerenden Brände in Portugal von 2017 haben tiefe Wunden gerissen und Mensch und Natur versehrt zurückgelassen. Die zehnjährige Justa und ihr von den Flammen entstellter Vater Mariano, die blinde Elsa, die ihre Hände in Handschuhen verbirgt, Simão mit seinem Fußball und Justas Kinderpsychologin – sie alle bewegen sich in den langen Schatten von Trauer und Verlust und wandeln zwischen verkohlten Bäumen und Plastikblumengräbern. In Teresa Villaverdes mysteriösem Film beginnen sich die Verbindungen der Figuren untereinander allmählich abzuzeichnen, wie Reste von Ruß auf verbrannter Borke. Eine filmische Elegie über die Narben, die wir an und in uns tragen und mit denen wir irgendwie zu leben versuchen.
Teresa Villaverde Teresa Villaverde ist eine portugiesische Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin, geboren 1966 in Lissabon. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn im Theater als Co-Autorin und Co-Regisseurin einer Inszenierung mit der Theatergruppe der Escola Superior de Belas Artes in Lissabon. Später wechselte sie zum Film und arbeitete in verschiedenen Produktionsbereichen, bevor sie ihre ersten Spielfilme inszenierte. Ihre Arbeiten wurden auf bedeutenden internationalen Filmfestivals präsentiert, darunter Cannes, Venedig und Berlin. Im Laufe ihrer Karriere haben ihre Filme zahlreiche Auszeichnungen erhalten und wurden international gezeigt. Als Filmemacherin und Lehrende wird Teresa Villaverde regelmäßig eingeladen, Masterclasses zu geben und in Portugal sowie international zu unterrichten. Ihre Filmografie wurde in bedeutenden Retrospektiven gezeigt, unter anderem am Centre Pompidou und in der Fundação de Serralves im Jahr 2019, sowie in Kinematheken und auf Festivals in Italien, Spanien, Kroatien, der Schweiz, Südkorea und Portugal. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen BRIDGES OF SARAJEVO (2014), ein kollektiver Spielfilm; COLO (2017), der beim Filmfestival von Cannes uraufgeführt wurde; OU EN ETES-VOUS, TERESA VILLAVERDE? (2019), produziert für die laufende Reihe des Centre Pompidou; und JULA (2025), ihr neuester Spielfilm.
