Alle Gäste der Woche der Kritik 2026
Die Gäste und Moderator*innen der Woche der Kritik 2026 stehen fest. Im Rahmen unserer Filmdebatten sowie der Veranstaltungen unseres Themenschwerpunkts erwarten wir fast alle Regisseur*innen des Programms sowie rund 35 internationale Diskussionsgäste aus unterschiedlichen Bereichen und Disziplinen. Eine Übersicht mit allen Gästen findet sich auf unserer Webseite.
Die Woche der Kritik ist ein Werkstattformat, bei dem wir seit Beginn unterschiedliche Formen des Diskutierens über Film erproben. Auch in diesem Jahr führen wir unsere Debattenformate fort, mehr dazu findet sich in unserem Debatten-Glossar auf unserer Webseite und in unserer Pressemitteilung vom 7. Januar. Neben unseren Kinoabenden freuen wir uns auf Gäste und Diskussionen im Rahmen der vier Veranstaltungen unseres Themenschwerpunkts sowie auf ein Thekengespräch bei unserem Kneipenkino-Auftakt am 8. Februar.
Alle Gäste und Debatten im Detail
Kneipenkino: Die Bierverweigerin & Die Bettwurst
Sonntag, 8. Februar
20 Uhr – Café Neues Ufer (Hauptstraße 157, 10827 Berlin)
Noch vor offiziellem Beginn des Festivals starten wir die Woche der Kritik mit einem Screening in einer Berliner Kneipe. Wie schon im letzten Jahr zeigen wir den Kultfilm Die Bettwurst – auch als kleine Hommage an den Ende letzten Jahres verstorbenen Filmemacher Rosa von Praunheim. Davor läuft der Kurzfilm Die Bierverweigerin, den Jan Eilhardt mit der Filmbrigade der Volkssolidarität gedreht hat. Nach der Vorführung bittet die Filmemacherin Katharina Lüdin auch dieses Jahr wieder zu einem interaktiven Thekengespräch: Alle Anwesenden können ihre Fragen und Gedanken zum Film auf Bierdeckel notieren und zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet im Café Neues Ufer statt, das in den 1970er Jahren das erste Café für Schwule und Lesben in Europa war, das mit seinen großen Fensterscheiben zur Straße hin offen und für Passant*innen einsehbar war.
Auftaktveranstaltung: Widersprechen, wieder sprechen – Grenzen und Potenziale von Streitkultur
Montag, 9. Februar
19 Uhr – Akademie der Künste (Pariser Platz 4, 10117 Berlin)
Zum Ticketvorverkauf
Den offiziellen Auftakt der Woche Kritik bildet eine Veranstaltung zu unserem Themenschwerpunkt Streitkultur in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Dafür haben wir zahlreiche Gäste gewinnen können. Nach einem Grußwort von Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle wird der Filmemacher Heinz Emigholz als langjähriges Akademie-Mitglied einen ersten Impulsvortrag zum Thema halten. Daran schließt ein von Amina Aziz moderiertes Gespräch um den Begriff der Streitkultur und die Praxis des Streitens an: Es diskutieren die Philosophin Heidi Salaverría, die derzeit unter anderem zum Zusammenhang von Streit und Salsa-Tanz forscht, und Schriftsteller*in und Redakteur*in Hengameh Yaghoobifarah – bekannt durch scharfzüngige Texte sowie durch nachdrückliche öffentliche Positionierungen. Nach der Pause lassen wir mit Frédéric Jaeger, Canan Turan und Cem Kaya diskussionsfreudige Filmschaffende und Kritiker*innen auf die abgebrühten Rhetorik-Profis Dario Werner und Susanna Wirthgen treffen, um über das Konzept der Kritik selbst zu streiten. Der Künstler und Streitformatentwickler Martin Muth inszeniert und moderiert die Debatte als spielerischen Austausch mit dem Publikum, begleitet wird er dabei von Musik von Stephan Wortmann.
Ablauf der Auftaktveranstaltung:
Einlass: 18:30
19:00
Begrüßung durch die kollektive Künstlerische Leitung der Woche der Kritik
Grußwort von Tricia Tuttle (Festivalleiterin, Berlinale)
Impulsvortrag von Heinz Emigholz (Filmemacher, Mitglied der Akademie der Künste)
19:30
Gespräch mit: Heidi Salaverría (Philosophin, Professorin für Kunsttheorie und künstlerische Praxis) und Hengameh Yaghoobifarah (Schriftsteller*in, Redakteur*in), moderiert von Amina Aziz (Freie Journalistin)
Pause: 20:35
21:05
Streit-Performance, inszeniert und moderiert von Martin Muth (Streitformatentwickler, Moderator, Künstler) mit Musik von Stephan Wortmann
Gäste: Frédéric Jaeger (Filmemacher, Mitgründer und ehemaliger Künstlerischer Leiter der Woche der Kritik), Cem Kaya (Filmemacher), Canan Turan (ideologiekritische Filmwissenschaftlerin, Dramaturgin, Kuratorin), Dario Werner (Deutscher Vizemeister im Wettkampfdebattieren) und Susanna Wirthgen (Finalistin der deutschsprachigen Debattiermeisterschaften 2025, Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin)
Empfang: 22:15
STEILVORLAGE: Fiction Contract & Worry Time
Dienstag, 10. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Zum Auftakt des Filmprogramms der Woche der Kritik geht es nicht nur um die Filme selbst, sondern auch um den kuratorischen Prozess des Festivals: In unserem Format STEILVORLAGE sitzt ein Mitglied der Auswahlkommission – an diesem Abend die US-Filmkritikerin Eileen Jones (Jacobin) – mit auf der Bühne, um mit den Gästen über die Filme des Abends und ihre Zusammenstellung zu sprechen: Tom Brennans und Emma Paetz’ Worry Time sowie Carolyn Lazards Fiction Contract. Neben Jones werden auch Tom Brennan, Regisseur von Worry Time, und Emma Paetz, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin, Teil des Podiums sein.
Moderation: Till Kadritzke
HALBWISSEN: Turgaud
Mittwoch, 11. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Eine ganz besondere Aufgabe hat am Mittwoch unsere Moderatorin, die Filmkritikerin und Kulturwissenschaftlerin Anne Küper, vor sich. Sie weiß weder, dass an diesem Abend Adilkhan Yerzhanovs neuer Film Turgaud gezeigt wird, noch kennt sie die Identität der Debattengäste: die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin Tolganay Talgat, die eine der Hauptrollen in Yerzhanovs The Plague at the Karats Village (2016) spielte; die Kuratorin und Slawistin Rebecca Heiler, die das goEast-Festival des mittel- und osteuropäischen Films leitet sowie der Filmemacher, Künstler und Autor Benjamin Heisenberg, der auch Mit-Herausgeber des Filmmagazins Revolver ist. Angesichts einer uninformierten Moderatorin müssen sich die drei Diskussionsteilnehmer*innen zunächst darüber verständigen, was für einen Film sie gesehen haben, bevor sie dessen vielfältige Ebenen aufdecken können. Adilkhan Yerzhanov und sein Team werden das Podium vom Publikum aus unterstützen und dabei womöglich gleich bei der Weltpremiere neue Einsichten über ihren Film gewinnen.
Moderation: Anne Küper
RUDELKRITIK: Hinterlegte Nummern & One Minute Is an Eternity for Those Who Are Suffering
Donnerstag, 12. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Ein ganzes Rudel von Kritiker*innen wird am Donnerstag bei der Woche der Kritik zu Gast sein, um über die Filme des Abends zu sprechen: Farina Mietchens Dokumentarfilm Hinterlegte Nummern sowie One Minute Is an Eternity for Those Who Are Suffering von Fábio Rogério und Wesley Pereira de Castro. Bei der RUDELKRITIK dabei sind die Kostümdesignerin und Drehbuchautorin Freya Herrmann, die gemeinsam mit Vera Klocke den Podcast Fashion the Gaze zu Politik und Popkultur moderiert, die Filmwissenschaftlerin und Kritikerin Elena Meilicke, die regelmäßig für die Filmzeitschrift Cargo schreibt, sowie die Filmkritikerin Olivia Popp, die unter anderem für Cineuropa schreibt und sich besonders für dekoloniale und queere Perspektiven interessiert. Das Kritiker*innenrudel wird angeleitet vom Hamburger Filmemacher Oliver Bassemir, der mit seinem Film [Bordeaux], ma bile bei der Woche der Kritik 2020 zu Gast war.
Moderation: Oliver Bassemir
Widersprechen, wieder sprechen: Israel Palestine on Swedish TV 1958-1989
Freitag, 13. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Am Freitagabend findet der Filmabend zu unserem Themenschwerpunkt statt. Wir zeigen Göran Hugo Olssons monumentalen Archivfilm Israel Palestine on Swedish TV 1958-1989, eine dreieinhalbstündige Auseinandersetzung mit der Berichterstattung über den Nahostkonflikt im schwedischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Anschließend findet eine Diskussion mit Göran Hugo Olsson statt, in der er über die Arbeit an dem Film, aber auch über dessen Rezeption seit der Premiere in Venedig 2024 spricht. Das Gespräch führt die freie Autorin und Kuratorin Irit Neidhardt, die sich seit den 1990er Jahren auf vielfältige Weise mit dem Verhältnis des Kinos zur arabischen Welt beschäftigt.
Moderation: Irit Neidhardt
Workshop: Medienberichterstattung zum Nahostkonflikt
Samstag, 14. Februar
10-14 Uhr – Sinema Transtopia (Lindower Str. 20/22, Haus C 13347 Berlin)
Am Samstagvormittag laden wir zu einem Workshop im Sinema Transtopia ein, der sich ausgehend von Göran Hugo Olssons Archivfilm mit der Medienberichterstattung zum Nahostkonflikt beschäftigt – Bewerbungen für eine Teilnahme sind noch immer möglich, Informationen dazu finden sich auf unserer Webseite. Die Leitung des Workshops übernimmt wiederum Irit Neidhardt. Neben weiteren Einsichten von Göran Hugo Olsson und dem Fernsehproduzenten Lars Säfström (SVT) wird der Autor und Redakteur Daniel Bax (taz) einen Impulsvortrag zu jüngeren Entwicklungen der Nahost-Berichterstattung geben. Zudem ist ein Input zur journalistischen Praxis geplant.
Podiumsdiskussion: Kontroversen in der Filmkultur
Samstag, 14. Februar
15:30 Uhr – Sinema Transtopia (Lindower Str. 20/22, Haus C 13347 Berlin)
Ebenfalls im Sinema Transtopia findet am Samstagnachmittag eine weitere Veranstaltung unseres Themenschwerpunkts „Widersprechen, wieder sprechen – Grenzen und Potenziale von Streitkultur“ statt. Gemeinsam mit vier einflussreichen Stimmen der europäischen Filmkultur wollen wir über die Bedeutung von Kontroversen für die Filmkultur sprechen: Ruth Beckermann ist für ihre teilweise kontrovers aufgenommenen Dokumentarfilme bekannt. Peter Bradshaw ist seit 1999 Chef-Filmkritiker des Guardian und berichtet wöchentlich über Kino- und Festivalpremieren. Emilie Bujès leitet seit 2017 das Dokumentarfilm-Festival Visions du Réel in Nyon, wo jährlich wichtige Debatten über die Ethik des nichtfiktionalen Kinos stattfinden. Der rumänische Filmemacher Radu Jude ist bekannt für seine satirischen Filme, in denen er die verdrängten Teile der politischen Geschichte seines Landes aufarbeitet.
Moderation: Dennis Vetter
REAKTIONSZEIT: Mag Mag & Arguments in Favor of Love
Samstag, 14. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Am Valentinstag dreht sich unsere Filmauswahl ganz um Liebe – und Geister. Yuriyan Retrievers J-Horror-Variante Mag Mag handelt von einem Geist, der sowohl liebt als auch tötet, und auch die animierten Gespenster in Gabriel Abrantes’ Kurzfilm Arguments in Favor of Love kreisen in ihren Gesprächen vor allem um die Liebe. Nach dem Screening laden wir zu einer Debatte im Format REAKTIONSZEIT ein. Zunächst wird Moderatorin Kristina Aschenbrennerová mit unseren Gästen sprechen, dem Filmvermittler und Kurator Florian Höhr sowie der spanischen Kritikerin, Kuratorin und Horrorfilm-Expertin Daniela Urzola. Anschließend wird die Regisseurin von Mag Mag selbst ins Gespräch einsteigen: die japanische Comedian Yuriyan Retriever, die sich außerhalb Japans durch ihre Auftritte bei der TV-Show America’s Got Talent einen Namen gemacht hat.
Moderation: Kristina Aschenbrennerová
BRÜCKENSCHLAG: Loynes & Justa
Sonntag, 15. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Am Sonntagabend unterstreichen wir mit unserem Format BRÜCKENSCHLAG, was seit den Anfängen der Woche der Kritik Leitlinie des Festivals war: über die Grenzen der Filmkultur hinauszublicken. Nach dem Screening von Loynes und Justa werden die Regisseur*innen der Filme, Dorian Jespers und Teresa Villaverde, auf zwei Gäste treffen, die aufgrund ihrer Arbeit außerhalb der Filmindustrie ausgewählt wurden: die Historikerin und Autorin Edna Bonhomme, die in ihrem neuesten Buch A History of the World in Six Plagues die Geschichte epidemischer Krankheiten und deren Auswirkungen auf bestehende soziale Ungleichheiten untersucht, und die Künstlerin Beate Gütschow, die sich in ihren Arbeiten mit neueren technischen Entwicklungen in der Fotografie auseinandersetzt und an der Kölner Kunsthochschule für Medien lehrt.
Moderation: Amos Borchert
PUBLIKUMSJOKER: Beautiful and Neat Room & Hugs & Kisses
Montag, 16. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Ein besonderes Experiment steht am Montagabend auf dem Programm: In unserem Format PUBLIKUMSJOKER sind die Zuschauer*innen nicht erst am Ende einer Debatte zum Mitmachen eingeladen, sondern von Beginn an. Zwei Freiwillige werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, um an der Diskussion nach dem Screening teilzunehmen. Auf der Bühne treffen sie auf die österreichische Filmemacherin und Bildende Künstlerin Maria Petschnig, die in ihrem Film Beautiful and Neat Room ihre WG-Erfahrungen in New York verarbeitet, sowie auf den Künstler und Musiker Marc Richter aka Neue Deutsche Kunst, der für Hugs & Kisses KI-Programme mit surrealen Prompts gefüttert hat.
Moderation: Dennis Vetter
STEILVORLAGE: Desire Lines & If You Don’t Like It, Look Away
Dienstag, 17. Februar
20 Uhr – Hackesche Höfe Kino
Mit unserem Abschlussabend schließt sich der Kreis: Wir kehren zum Debattenformat des ersten Filmabends STEILVORLAGE zurück und laden erneut ein Mitglied der Auswahlkommission dazu ein, über die Filme und ihre Auswahl zu sprechen. Dieses Mal wird die argentinische Filmkritikern Lucía Salas, die seit mehreren Jahren an der Programmauswahl der Woche der Kritik beteiligt ist, diese Rolle übernehmen. Sie wird mit Dane Komljen, Regisseur von Desire Lines, und Margaux Fournier, Regisseurin von If You Don’t Like It, Look Away, sowie der Filmemacherin und Autorin Martha Mechow, die an der Schnittstelle zwischen Theater, Film und bildender Kunst arbeitet, über die Filme des Abends diskutieren. Moderiert wird diese letzte Debatte von der Filmkritikerin Dana Linssen, die über viele Jahre die Critics’ Choice des Filmfestivals in Rotterdam geleitet hat.
Moderation: Dana Linssen
Interviewanfragen richten Sie bitte an unsere Pressesprecherin Gloria Reményi.
Die Woche der Kritik 2026 findet vom 9. bis zum 17. Februar 2026 statt. Das Filmprogramm beginnt am Dienstag, den 10. Februar, im Hackesche Höfe Kino.
Alle Gäste der Woche der Kritik 2026
Zum Vorverkauf für die Auftaktveranstaltung bei der Akademie der Künste
Ausschreibung für den Workshop
Programmübersicht der Woche der Kritik 2026
Pressekit: Download
Pressekontakt: Gloria Reményi, presse@wochederkritik.de
Copyright Foto: Tabita Hub

